„Sie hat mir der Himmel geschickt!“

Unter diesem Motto haben wir am 8. September 2017 anlässlich des Welthospiztages, der allerdings erst am 14. Oktober offiziell begangen wird (Der Grund für unsere Vorverlegung ist ganz einfach: „DER TOD“ hatte einfach am 14.10. keine Zeit für uns), eine Karikaturenausstellung eröffnet. Sie war in den „Neuen Bundesländern“ zum 1. Mal zu sehen.

Dr. Peter Dresler und Simone Schulz

Der Oberbürgermeister der Stadt Glauchau Dr. Peter Dresler hielt ein sehr emotionales Grußwort und die Leiterin unseres ambulanten Hospizdienstes eröffnete die Ausstellung.

Die Ausstellung wurde von der Hospizakademie in Bamberg 2012 als Wanderausstellung konzipiert. Der Anlass war das 10jährige Bestehen der Akademie. Der Erfolg der Ausstellung gibt den Machern recht: Humor mit Sterben, Tod und Trauer zu verbinden, muss kein Tabu mehr sein. Humor als eine Art Ventil in schwierigen Lebenssituationen zu nutzen, lässt Entspannen zu. Es ist wie eine Art „Auszeit“ von der momentanen Situation, in der sich der Betroffene und ihm nahestehende Menschen befinden. Humor hilft in schier ausweglosen Momenten uns ein wenig darüber hinwegzuheben und damit vielleicht auch eine andere Sicht zu bekommen.

Humor ist eine Möglichkeit der Sicht auf die Dinge, die unser Leben bestimmen und nicht die schlechteste. Das heißt nicht, dass alles verlacht werden kann. Humor ist kein Selbstzweck, sondern eine Methode, die aber nicht überall und zu jeder Zeit passend ist. Den Umgang mit dem Humor bestimmt die Individualität des Einzelnen. Und so wie der Eine nicht über den Tod lachen kann, muss aber der Andere nicht seinen Humor verstecken, wenn ihm danach ist. Der Philosoph und Religionswissenschaftler Harald-Alexander Korp hat einen Rat für uns: „Humor ist der Gegenspieler der Angst.“ Sich zu freuen, ist ein Grundbedürfnis des Menschen und es will befriedigt sein, solange er lebt.

Den Tod auf die Schippe zu nehmen oder ihn einfach mal auszulachen, ist natürlich keine neue Erfindung. Aber irgendwie tun wir uns heutzutage etwas schwer, Lachen und Tod mit einander zu verknüpfen. In einigen anderen Religionen und Kulturen ist das ganz anders. Da wird dem Tod ganz positiv entgegengetreten.

Unsere Ausstellung bietet die Möglichkeit, sich dem Thema anzunähern und wir sind auf die Reaktionen im Gästebuch gespannt.

Zu der Ausstellung gibt es auch einen Katalog. Er ist solange der Vorrat reicht über unsere Büros in Glauchau und Limbach-Oberfrohna zu erwerben unter  hospizdienst-fhe@enviatel.net oder Sie rufen an unter 03763 – 429 293 oder 0160 97527644.  

Für Schulklassen sind gesonderte Führungen in Absprache möglich.  

 

Heike Leschner (MDR Sachsen), Uwe Werner, Michael Walter, Dr. Sabine Ullmann

In einer Gesprächsrunde im Theater Glauchau versuchte Heike Leschner (Moderatorin bei MDR Sachsen) herauszufinden, wieviel Humor, Ironie oder gar Sarkasmus der Umgang mit Trauer, Tod und Sterben verträgt. Wie weit kann man gehen? Antworten dazu kamen von Frau Dr. med. Sabine Ullmann vom Palliativprojekt Chemnitz Brückenbetreuung, von Herrn Michael Walter aus Leipzig, der als Seelsorger in einem stationären Hospiz arbeitete und derzeit hauptsächlich in der Psychiatrie tätig ist. Dort, so Michael Walter nutze er den sogenannten provokativen Stil und einen humortherapeutischen Ansatz. Außerdem wirkte er über 20 Jahre in einer Humortrainingsgruppe mit. Und last but not least antwortete in der Runde Bestatter Uwe Werner, der in seinem Bestattungsinstitut auch manchmal unkonventionelle Wege geht.

 

 

 

 

Und am Abend hatten wir den Tod eingeladen. Zweifellos war die Comedy etwas Besonderes. Geboten wurde das neue Programm: „DER TOD“ – HAPpY ENDSTATION – ein Last-Minute-Reiseführer.

Das Theater war gut besucht. Die Stimmungsskala ging von heiter bis ausgelassen. DER TOD versuchte sein schlechtes Image aufzupolieren und das gelang ihm, zumindest an diesem Abend, außerordentlich gut. Sein Motto: „Man kann sich’s ja wenigstens schön machen“. Und was sagte er selbst zu seinem Programm? Heike Leschner von MDR Sachsen hatte ihn im Vorfeld befragt. Und sie beginnt ihr Gespräch mit der Frage, wie redet man den Tod eigentlich an? Sie oder Du?: Interview mit TODI (als mp3-Datei)