Blog zur Projektwoche

Sonnabend, 17.September

Noch sind wir in der Vorbereitung!
W i r das sind:
Bettina Bauch, Irene Gerber, Kerstin Gnörlich, Dr. Christian Gutowski, Elke König und Ingrid Müller. Unsere  Vorfreude und Aufregung wächst von Tag zu Tag. 😉

Heute hatten wir die Generalprobe. Es lief ganz gut. Aber einiges musste noch überprüft werden. Sind alle Stifte da? Gibt es genug Arbeitsblätter? Sind die Tageskisten vollständig? Die Namensschilder für die Arbeitsmappen mussten noch geschrieben und letzte Materialien vorbereitet werden.
Nun ist alles bereit und wir sind gespannt und freuen uns auf die Projektwoche vom 26. bis 30. September an der Internationalen Grundschule Glauchau.
Es kann losgehen!

Irene Gerber, Kerstin Gnörlich, Christian Gutowski, Ingrid Müller, Bettina Bauch, Elke Kunig
Irene Gerber, Kerstin Gnörlich, Dr. Christian Gutowski, Ingrid Müller, Bettina Bauch, Elke König (von links nach rechts)

1. Tag – gelber Tag – „Werden und Vergehen“

Der erste Projekttag an der Internationalen Grundschule Glauchau ist zu Ende!

Ein spannendender Tag. Alle waren zu Beginn aufgeregt, die Kinder, die HospizhelferInnen und selbst die Direktorin Frau Bachmann hat es zugegeben! 😉

Da war das Begrüßungslied erst mal ganz beruhigend. Und mit dem Knüpfen der bunten Bänder waren wir schon fast eine eingeschworene Gemeinschaft.

Wie konnten wir uns dem Thema „Werden und Vergehen“ am besten nähern? Na klar, mit einer Geschichte. Zaira’s Himmelsreise hat alle begeistert. Es gab sogar Applaus für Bettina Bauch, die den gelben Tag moderierte.

Ein Höhepunkt waren die Fotos. Wie hat sich doch jeder über die Jahre verändert :-)). Aus kleinen Zähnchen wurden richtig große Beißerchen. Aus „Fast-Glatze“ ein Wuschelkopf. Ja, die Zeit vergeht und alles wandelt sich. So ist es auch der Raupe passiert. Eben war sie noch im Kokon und bald darauf entfaltete sie sich schon zu einem wunderschönen Schmetterling.

Wie hieß es auf einem der Blätter, wo drauf steht, was heute gelernt wurde: Alles verändert sich.

Stimmt!

2. Tag – oranger Tag – „Krankheit und Leid“

Krankheit, Leid. Das hört sich nicht gut an. Aber es kam ganz anders.

Erstmal ging es um schauspielerische Talente. Und die gab es jede Menge. Rätselraten um eine Krankheit, wenn sie ohne Worte dargestellt werden muss. Neurodermitis oder eine Blinddarmoperation, das war hier die Frage…

Dann kam Frau Dr. Herbst mit Stethoskop und Spatel. Die Kinderärztin musste jede Menge Fragen beantworten: „“Wann wird man ohnmächtig?“ „Wo ist die Seele?“, „Wie entsteht Nasenbluten“ oder „Warum bekommt man einen Herzinfarkt“ und vor allem „Was ist Ebola??“

Aber es ging auch darum, was einem bei einer Krankheit guttut. Und auch da war keiner um eine Antwort verlegen. Von Kuscheln bis Kochen war alles dabei.

Am Schluss wollten gar einige nicht mehr mit dem Unterricht aufhören. Was will man als „Hobby“lehrer mehr?!

 3. Tag – roter Tag – „Sterben und Tod“

Heute haben wir versucht, eines der größten Rätsel der Menschheit klären. WARUM sind wir nicht UNSTERBLICH? Ganz herausgefunden haben wir es nicht, aber immerhin festgestellt, dass der Mensch irgendwann mal sterben muss. Rein biologisch so zwischen 80 und 90. In Japan gibt es Menschen , die werden sogar über 100 Jahre alt, aber nicht nur in Japan.

willi-wills-wissenUnd dann gibt es ja auch leider noch Krankheiten, die sind so schwer, dass der Mensch sich nicht mehr davon erholt. Das kann bedeuten, dass er sterben muss.
Das ist für alle, die ihn sehr gern haben, eine schwere Zeit.
Was kann man tun für die Betroffenen?

Den Kindern ist eine Menge eingefallen: Mut machen, trösten, Hand halten, kuscheln, ein Bild malen, eine Geschichte vorlesen, Tee kochen und vieles mehr.

Und dann war da auch die Frage: WAS HEIßT EIGENTLICH TOT SEIN?
Das Herz hört auf zu schlagen, es fließt kein Blut mehr durch den Körper, es wird kein Sauerstoff mehr aufgenommen, die Zellen arbeiten nicht mehr, alle Lebensfunktionen haben aufgehört.

Und was kommt dann?

arbeit-des-bestatters

Erst mal eine Beerdigung. Wie ist das bei uns und wie in anderen Ländern?
Einen Film gab es auch: Willi wills wissen. Darin wurden im ersten Teil die Aufgaben eines Bestatters gezeigt. Und der hat ganz viel zu tun: das Grab ausheben, den Sarg auskleiden, den Toten abholen, dann waschen und anziehen und ihn aufbahren, damit sich die Angehörigen verabschieden können, Kerzen hinstellen und Blumen, den Sarg zum Friedhof transportieren und dann auch noch die Abschiedsfeier organisieren.

Zum Schluss wurden wir dann ein wenig philosophisch. Wie ist das, wenn man tot ist? Eigentlich möchte das ja keiner und viele Menschen glauben, dass es nach dem Tod auch irgendwie weiter geht.
Die einzelnen Glaubensrichtungen haben unterschiedliche Vorstellungen davon , was nach dem Tod kommt. Bei uns sind neben den Atheisten (das sind Menschen, die nicht an einen Gott glauben) vor allem die Christen, die zahlenmäßig größte Gruppe. Sie glauben, dass es nach dem Tod ein Leben bei Gott gibt und nennen das Paradies.

Die Juden glauben, dass der Messias am Ende der Welt kommen wird und auf die Erde Frieden und Gerechtigkeit bringt. Wer im Leben gerecht war und die Gesetze der Thora, (das ist die heilige Schrift der Juden) befolgt hat, der findet auch ewigen Frieden bei Gott.

Auch bei den Moslems muss die Seele auf ein Gericht Allahs warten und verschiedene Prüfungen bestehen. Der Koran ist das heilige Buch der Moslems, das von dem Propheten Mohamed überliefert ist. Darin steht unter anderem, was Allah von den Menschen erwartet. Wenn die Seele des Menschen das Gericht übersteht, dann darf er bei Allah im Paradies sein.

jenseitsvorstellungen

Jeder muss letztendlich für sich entscheiden, wie er das mit dem „Danach“ sieht. Die meisten in der Klasse sahen es jedenfalls gar nicht traurig.

Es gab viele Regenbogen- und Wolkenbilder. Aber auch Fantasiestädte und verrückte Figuren und Landschaften.

 

 

 

 

 

 

4. Tag – blauer Tag – „Vom Traurig sein“

Es ist schon ganz schön traurig, wenn ein Mensch von uns geht. Und auch für den, der gehen muss, ist es sehr schwer.

Auch wenn ein Haustier stirbt, überkommt viele eine große Traurigkeit, ist es doch oft ein echter Freund gewesen.

Da ist klar, dass einem vor Traurigkeit die Tränen kommen. Das darf es auch, denn es ist ganz wichtig, seiner Traurigkeit Raum zu geben. Wie soll jemand, der einen lieben Menschen verloren hat, sonst klar kommen? Gefühle muss man zeigen können. Wir haben das heute mit Farben versucht. Wie sind unsere Gefühle, wenn wir traurig sind?

So?

Gefühle zeigen 1

 

 

 

 

 

 

 

 

Oder so?

Gefühle zeigen 3

 

 

Es ist sehr wichtig, dass jeder  über seine Gefühle mit einem vertrauten Menschen reden kann.

Was wünscht du Dir, wenn du traurig bist?

 

 

 

 

 

Vorsichtig mit der Pflanze

 

Am Ende des Tages ging es um die Hoffnung. Wenn etwas vergeht, dann entsteht auch wieder etwas Neues. Symbolisch haben wir das mit ganz jungen Pflanzen erfahren. Nun müssen sie sorgfältig gepflegt werden, bis sie groß sind und hoffentlich wunderschön blühen. Dann ist der Kreislauf zwischen der alten Pflanze, die den Samen gegeben hat und der neuen Pflanze geschlossen.

 

 

 

Ach übrigens, auch die Presse war noch da.  😉

Presse

 

 

 

 

 

 

 

 

5. Tag – grüner Tag – „Trost und Trösten“

Heute war nun der letzte Tag es Projekts.

Der grüne Tag ist der Hoffnungstag. Es geht ums Trösten. Jeder sollte sagen, was ihn tröstet , wenn er traurig ist. Es kann ja schließlich keinem egal sein, wenn der andere traurig ist.
Was können wir tun? Wir schrieben die Trostworte auf ein Blatt und klebten es an eine Ranke an der Wand, damit die Kinder das nächste Jahr über lesen können, was alles trösten kann.

Man kann natürlich auch einen Brief schreiben.Trostbriefe schreiben

Das wurde mit großem Einsatz gemacht.

 

 

 

 

 

 

Und dann tanzten wir. Richtig gelesen. Auch Tanzen kann trösten. Der „Lastentanz“ fängt schwermütig an und wird immer froher und schneller.

lastentanz-anfang

 

Bald sind die gebeugten Rücken gerade. So fällt die Last der Trauer mehr und mehr ab.

Dann muss noch für die Eltern geprobt werden, was alles in der Projektwoche erlebt und erarbeitet wurde.

Die Angehörigen kamen um 12 Uhr und waren ganz aufmerksam. Gemeinsam mit den Erwachsenen haben wir noch den Film angesehen „Wie ist das mit dem Tod“ aus der Reihe Willi will’s wissen.

Zum Schluss tanzten alle gemeinsam den „Lastentanz“. lastentanz-ende

Danach war noch Zeit für einen Kaffee und ein Stück Kuchen aber auch für Gespräche.

Alle waren sich einig: Die Woche war interessant und es war wichtig sich mit dem Thema Tod und Sterben einmal auseinanderzusetzen, denn der Tod gehört zu unserem Leben dazu.