Medienresonanz über den Freien Hospizverein Erzgebirgsvorland e.V.

Medienecho zum Welthospiztag 2017

Freie Presse vom 8. September 2017

 

WochenENDspiegel von 8.September 2017

 

Radiosendung von mdr Sachsen – Das Sachsenradio in „Dienstags direkt“ vom 20.06.2017 20 bis 23 Uhr, Thema: „Am Ende darf gelacht werden: Wie viel Humor verträgt der Tod?“

Der Tod eines geliebten Menschen verstört den Alltag und wirft die existenziellen Fragen des Lebens auf. So gravierend und einschneidend diese Situation immer ist, so emotional und traurig wir auch sind – nichts ist enger mit dem Leben verbunden, als der Tod. Trotzdem spielt das Ende des Lebens selten eine Rolle im Alltag. Der Verlust wird äußerlich weggewischt, Rituale und Gedenken geraten immer weiter in den Hintergrund. Der Tod, da ganz weit hinten am Horizont, hat im farbigen Sein nichts zu suchen, er scheint schwarz und dunkel. Doch gehört der Tod nicht zum Leben dazu? Haben wir verlernt mit diesem Teil des Lebens umzugehen? Der Abschied und alle Gedanken daran, werden oft einfach ausgeklammert? Erst in dem Moment, in dem wir damit konfrontiert werden, beginnt unser Nachdenken. Kann eine Beerdigung nicht auch von freudiger Dankbarkeit gezeichnet – Dank dafür, diesen Menschen erlebt zu haben?
Kann man lachen und trauern? Wie helfen Freudentränen über den Schmerz? Wie viel Humor verträgt der Tod? Darüber sprachen wir in der Sendung von Dienstags direkt!

Mitgewirkt haben
von unserem Hospizverein Simone Schulz,
der Bestatter Uwe Werner
und die Krimiautorin und Verlegerin Claudia Puhlfürst

Die Sendung kann im Internet nachgehört oder als Podcast heruntergeladen werden unter:

http://www.mdr.de/sachsenradio/programm/dienstags-direkt372.html

Und natürlich gibt es auch eine Website unter mdr Sachsen – Das Sachsenradio

 

v.l.n.r. Claudia Puhlfürst, Uwe Werner, Simone Schulz

Artikel in der Freien Presse Glauchau vom 6.2.2017, S. 11


Helfer mit Einfühlungsvermögen

Sterbende auf ihrem letzten Weg zu begleiten, dieser Aufgabe widmen sich die Ehrenamtlichen des Hospizvereins.
Doch darauf müssen sie sich vorbereiten.

VON PAMELA GEIßLER

Hohenstein-Ernstthal – Sterben und Trauer gehören zum Leben.
Doch ist der letzte Lebensweg für die Sterbenden sowie die Angehörigen oft nicht einfach. Auf diesem letzten Weg begleiten manchmal Ehrenamtliche des Hospizvereins Erzgebirgsvorland die Sterbenden. Manchmal nur einige Stunden, manchmal über Monate.

Um den Familien Hilfe und Trost geben zu können, ist für die Ausübung des Ehrenamtes eine gute Vorbereitung nötig.

Der Glauchauer Hospizverein bietet deshalb jedes Jahr für Interessierte einen Lehrgang an. Wer diesen abschließt, ist offiziell ehrenamtlicher Hospizhelfer. Vier Teilnehmer erhielten am Freitag ihre Zertifikate von Leiterin Simone Schulz in Hohenstein-Ernstthal.

Die Leiterin vom Hospizverein Simone Schulz mit den neuen Ehrenamtlichen Christian Gutowski, Ines Rothe, Rita Müller und Ilona Pohlers (von links) Foto: Andreas Kreitschel

Sie haben 100 Theorie- und Praxisstunden in der Palliativ-Versorgung hinter sich. Palliativ-Versorgung bedeutet die lindernde Versorgung Schwerstkranker, so die Leiterin des Hospizdienstes.

Auch Charlotte B. und ihr Mann Moritz B. (Namen von der Redaktion geändert) nahmen die Hilfe des Vereins an. Er litt lange an Krebs und wollte nicht im Krankenhaus sterben. Moritz B. wollte nach Hause. Auf der Suche nach Hilfe recherchierte die Tochter des Ehepaares und fand schließlich den Hospizverein. Die ehrenamtlichen Helfer organisierten den Transport des Krebsleidenden von der Palliativstation aus Jena nach Glauchau, wo das Ehepaar wohnt. Das Pflegebett stellten sie ins Wohnzimmer, sodass Moritz B. die Pyramiden und Schwibbögen um sich hatte. Außerdem besuchte eine ehrenamtliche Hospizhelferin das Ehepaar, hielt die Hände des Mannes. Das tat ihm gut, sagt Charlotte B. Auch jetzt nach dem Tod des Partners ist der Verein weiter für sie da. Um Menschen auf ihrem letzten Weg zu helfen, braucht es spezielles Wissen über Sterbe- und Trauerbegleitung. Das wird in den Hospizhelfer-Lehrgängen vermittelt, erklärt die Leiterin des Hospizvereins, Simone Schulz. Außer Zeit für die Kurse und das Ehrenamt müssen die Freiwilligen vor allem Empathie mitbringen. Denn bei der Trauer-und Sterbebegleitung geht es um Zuspruch, um Einfühlungsvermögen und um praktische Hilfe im Alltag. ,,Es werden keine beruflichen Fähigkeiten vorausgesetzt“, sagt Simone Schulz. So kommen die 64 Ehrenamtlichen des Hospizvereins aus ganz unterschiedlichen Berufen. Es sind Büroangestellte, Rentner, Menschen aus sozialen und technischen Berufen. Der jüngste Helfer ist noch nicht einmal 30, der älteste knapp 80 Jahre alt. Ihre Aufgabe ist es, herauszufinden, was dem Patienten gut tut. Das reicht vom Hand halten über Aroma-Massagen bis zum Singen und Vorlesen. Im freiwilligen Einsatz sind Frauen und Männer.

,,Das braucht es auch. Denn manchmal möchte ein sterbender Mann auch von einem Mann begleitet werden“, weiß die Leiterin.


Artikel in der Freien Presse vom 13.6.2015 über das Projekt Hospiz macht Schule (Autor: Thomas Schmotz)

Schüler lernen mit Trauer umzugehen

Unter dem Motto ,,Hospiz  macht Schule“ hat der Lichtensteiner Hospizverein erfolgreich sein Pilotprojekt an der Hohenstein- Ernstthaler Karl-May-Grundschule beendet.

HOHENSTEIN-ERNSTTHAL

Im Pressegespräch

Es ist Freitagmittag, bestes Sommerwetter. Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 3c sitzen auf dem Fußboden im abgedunkelten Konferenzraum ihrer Schule und schauen einen Dokumentarfilm über den Tod. Hinter ihnen und auf Stühlen die Eltern und Großeltern, sie sind gekommen,  um sich über den Ausgang des Projekts zu informieren.

Gestern ging eine Projektwoche des Freien Hospizvereins Erzgebirgsvorland aus Lichtenstein, veranstaltet an der Hohenstein-Ernstthaler Karl-May-Grundschule, zu Ende.

Das Konzept stammt von der Wuppertaler Bundes-Hospiz-Akademie. Für die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Vereins war es nach langer Vorbereitungszeit das erste Mal, dass sie ihre Ideen an eine Schule tragen konnten. Mit ihrem Vorhaben wollten sie den Kindern die Möglichkeit bieten, über Themen wie Traurigkeit, Tod und Sterben zu sprechen, sagt die Leiterin des Hospizvereins Simone Schulz. Bei TodesfäIlen in Familien würden diese Dinge häufig nicht zur Sprache kommen, sie vielmehr von den Kindern ferngehalten. Wer es jedoch nicht frühzeitig lerne, dass man negative Erfahrungen nur gemeinsam und im Dialog bewältigen kann, habe es später umso schwerer, so Schulz. Ihre Kollegin Kerstin Prasser fügt an: ,,Es geht darum, das Sterben wieder in die Familie zu holen. Heute stirbt man nicht mehr zuhause, sondern im Pflegeheim oder im Krankenhaus.“ Die Schülerinnen und Schüler der 3c hatten fünf Tage lang mit den

sieben Ehrenamtlichen in Kleingruppen Themen wie Werden und Vergehen, Krankheit und Trost spielerisch ausgestaltet, in Bildern, Liedern, Tänzen und Texten. Aus Sicht der Klassenleiterin Heike Hüttig war die Woche ein voller Erfolg. ,,Es ist empfehlenswert“, sagt sie, trotz der Schwierigkeiten, die in dem sensiblen Thema stecken können. Anja Schlegel, Mutter des neunjährigen Finn, erzählt: ,, Am Anfang waren wir skeptisch, weil es so ein schweres Thema ist.“ Doch am Fazit ihres Sohnes lässt sich die Leichtigkeit ablesen, mit welcher die Problematik behandelt wurde:,,Der Tod gehört einfach dazu“, sagt Finn.


Sterbenden Kraft geben (Autor: Freie Presse Chemnitz 06.04.2013)

Serie: Leben für den Verein

Ohne Ehrenamtler würde es vieles in Kultur, Sport und Gesellschaft nicht geben. „Freie Presse“ zeigt, was diese Menschen leisten und was sie antreibt. Heute: Ines Blechschmidt, die Sterbende und ihre Angehörigen begleitet.

Von Steffi Hofmann

Limbach-Oberfrohna – Wenn Ines Blechschmidt in ihre Funktion als Ehrenamtlerin tritt, begibt sie sich in einen Bereich des Lebens, über den viele Menschen nur ungern sprechen. Die Frau mit der zierlichen Figur und der sanften Erscheinung ist als Hospizhelferin tätig und hat seit sechs Jahren regelmäßig mit dem Thema Tod zu tun. Alles begann im Jahr 2007, als sie durch eine Krebserkrankung ihres Mannes das erste Mal persönlich mit einem Hospizdienst in Verbindung kam. „Ich habe damals psychische Unterstützung gebraucht, weil ich meinem Mann bis zum Lebensende zu Hause gepflegt habe, und habe diese auch gekommen“, sagt sie.

Anderthalb Jahre nach dem Tod ihres Mannes hat Ines Blechschmidt dann selbst einen Hospizhelfer-Kurs absolviert. Die Limbacherin wollte die Erfahrung, die sie gemacht hat, weitergeben und anderen Betroffenen helfen. Seitdem hat die Limbacherin um die 60 Sterbebegleitungen und zehn Trauerbegleitungen- Hilfsdienste, die über den Tod hinausgehen- geleistet. Sie gehört dem Hospizverein Erzgebirgsvorland an. „Jede Begleitung ist eine besondere und intime Situation. Meistens sind es Krebserkrankungen, die ich bis zum Schluss miterlebe. Die Menschen schenken mir ihr Vertrauen, dafür bin ich sehr dankbar“, erzählt die 55-Jährige.

Eine Voraussetzung für die Arbeit als Hospizhelferin ist laut Ines Blechschmidt, dass man selbst mit beiden Beinen im Leben steht. Nur so sei es möglich, sich auf den Sterbenden einzulassen und keine Berührungsängste zu haben. „Ich möchte mich in jeden Menschen einfühlen, aber ich versuche nicht, mit ihm zu leiden“, sagt sie. Manchmal dauert eine Begleitung Monate, Wochen und manchmal werde sie auch in der Nacht gerufen, um in den letzten Stunden eines Kranken dabei zu sein. Die Begleitungen finden im privaten Zuhause der Betroffenen, in Alten- und Pflegeheimen sowie in Krankenhäusern statt. Einen Unterschied im Sterbeprozess gibt es zwischen den Geschlechtern, sagt Ines Blechschmidt: „Männer wollen bis zum Schluss stark bleiben und zeigen nur ganz selten Gefühle. Vielen ist es ganz peinlich, schwach zu sein, vor ihrer Familie oder mir.“

Ines Blechschmidt hat keinen religiösen Glauben, der sie stützen könnte. Für sie gehört der Tod zum Leben, ist das Natürlichste der Welt und muss auch nicht immer traurig sein. „Im Sterbeprozess wird nicht nur geweint. Viele erzählen dann aus ihrem Leben und lachen oder freuen sich, dass es so erfüllt war.“

Eine besondere Herausforderung sie oft die Betreuung der Angehörigen. Das A und O sei hier eine Verbindlichkeit, die der Hospizhelfer ausstrahlen muss. „Die Angehörigen müssen sich in jedem Fall auf mich verlassen können“, sagt Ines Blechschmidt. So leiste sie zum Beispiel auch Sitzwachen am Krankenbett, um die Familienmitglieder für ein paar Stunden zu entlasten.

Ihr privates Umfeld sieht die ehrenamtliche Tätigkeit der Limbacherin gespalten. Es gebe immer mal wieder Personen, die sie fragten: „Wieso tust du dir das an?“ Ines Blechschmidt kann diese Skepsis nachvollziehen. „Ich kann nicht mit allen Leuten üer meine Arbeit sprechen. Manchmal schreibe ich meine Gefühle auf, um sie zu verarbeiten“, erzählt sie. Neue Kraft tankt sie in ihrer Oase zu Hause. Sie wohnt in einem Eigenheim mit Garten und treibt in ihrer Freizeit viel Sport. Ihr neuer Lebenspartner unterstützt sie und ihre drei erwachsenen Kinder seien stolz auf ihre Mutter, die noch lange als Hospizhelferin tätig sein möchte: „Das Schöne an meiner Arbeit ist, dass sie nicht an Attribute wie jung, schön, erfolgreich und leistungsorientiert geknüpft ist. Es kommt auf Lebenserfahrung und Sensibilität an“, führt Ines Blechschmidt aus. Im Jahr 2011 hat die Limbacherin die Ehrennadel im Ehrenamt für besonderes soziales Engagement von der Stadt verliehen bekommen.

Dem Hospizverein Erzgebirgsvorland gehören 49 ehrenamtliche Hospizhelfer an, davon sind 16 in Limbach-Oberfrohna und Umgebung unterwegs. Alle Hospizhelfer werden im Verein ausgebildet und geprüft. Das Büro des Vereins befindet sich am Johannisplatz 4. Die Hilfe ist kostenfrei.


Hinterbliebene schöpfen Kraft aus Trauergruppe (Autor: Freie Presse Hohenstein-Ernstthal)

Wenn ein Kind stirbt ist der Verlust für die Eltern kaum zu ertragen. Im Landkreis Zwickau gibt es jetzt eine Trauergruppe für verwaiste Mütter und Väter, die Hilfe und Halt geben soll.

Von Steffi Hofmann

Wüstenbrand – Eine Trauergruppe verwaister Eltern ist von Simone Schulz, Leiterin des Freien Hospizvereins Erzgebirgsvorland, gegründet worden. „Es ist eine offene Gemeinschaft, zu der dauerhaft neu betroffene Eltern dazu kommen können“, informiert Simone Schulz. Dabei sei das Alter der verstorbenen Kinder nicht von Bedeutung für den Eintritt. „Es können Eltern dazustoßen, die einen Säugling verloren haben und genauso sind Menschen erwünscht, deren Kinder im Erwachsenenalter verstorben sind“ betont die Hospizleiterin. Wichtig sei es ihrer Erfahrung nach, dass die Eltern so früh wie möglich einen Austausch in Anspruch nehmen. „Allein die Kenntnis, dass es andere auch geschafft haben, mit dem Verlust fertig zu werden, kann tröstlich sein“, sagt Schulz. Derzeit gebe es sieben Paare im Landkreis, die Interesse an einer derartigen Gemeinschaft gemeldet haben.

Zu Ihnen gehören Susan und Mario Kämpf, die auch den Impuls für die Gründung der Trauergruppe gegeben haben. Das Ehepaar hat vor 3 Jahren seinen kleinen Sohn Janosch verloren. „Er war damals zwei  und hatte eine unheilbare Muskelkrankheit“, erzählt Mario Kämpf. Er selbst hat bereits eine Gruppe für verwaiste Väter mit ins Leben gerufen. „Nach Janoschs Tod war der Wunsch nach einem Austausch relativ schnell da“, ergänzt er. Wenn man sein Kind verliert, lebe man in einer anderen Welt, die Freunde und Familienangehörige nicht verstehen würden, so Kämpf. „Frühere Freundschaften und Harmonien mit anderen können plötzlich nicht mehr existieren. Die Trauer verändert Menschen“, fügt Simone Schulz hinzu.

Was die Eltern eint, sei die Sehnsucht und die Liebe zu ihren verstorbenen Kindern. „Es ist auch hilfreich zu erfahren, wie andere Paare nach dem Schicksalsschlag weitergelebt haben, wie sie den Alltag in der Ehe gemeistert haben und heute mit dem Tod des  Kindes umgehen“, sagt Susan Kämpf.

Zu Beginn eines Treffens in der Trauergruppe soll es ein Ritual zum Gedenken an die toten Kinder geben. Zudem ist im Herbst eine gemeinsame Wanderung geplant. „Zum Totengedenken im November wollen wir selber mithilfe einer Floristin Grabschmuck gestalten“, kündigt Simone Schulz an. Das Angebot sei für alle Eltern kostenlos und so lange nutzbar, wie die Eltern es für hilfreich erachten.

Trauergruppe: Das nächste Treffen für verwaiste Eltern findet morgen in der Sozialstation Glauchau statt. Um vorherige Kontaktaufnahme bei Simone Schulz unter 03763/429293 wird gebeten.


Er will den Sterbenden die Ängste nehmen (Autor: Freie Presse 25.10.2011)

Der Freie Hospizverein Erzgebirgsvorland hat sieben Frauen und Männer zum ehrenamtlichen Hospizhelfer ausgebildet. Darunter ist auch Manfred Lischke aus Limbach-Oberfrohna.

Von Steffi Hofmann

Limbach-Oberfrohna- Eigentlich wollte er Pfarrer werden. „Das war immer mein Traum, aber dafür hat es nicht gereicht“, sagt der 52-jährige Manfred Lischke aus Limbach-Oberfrohna. Er ist einer von zwei Männern, die neben sieben Frauen künftig zertifizierte Hospizhelfer in der Region sind. Der gebürtige Bayer ist seit der Wende in Sachsen und hauptberuflich im Bankgewerbe tätig. Bereits Anfang der 1990er-Jahre war er Mitbegründer eines Vereins in Chemnitz, der sich unter anderem um sozial Schwache kümmert. Doch das war ihm nicht genug. „Mittlerweile habe ich im Verein nicht mehr so viel zu tun. Es wurde für mich  Zeit wieder etwas Neues zu machen, bei dem ich nah am Menschen sein kann“, sagt der Hospizhelfer.

Durch eine Zeitungsanzeige sei er auf den Freien Hospizverein Erzgebirgsvorland, der ein Büro in Limbach-Oberfrohna hat, aufmerksam geworden. Von April an absolvierte er eine sechsmonatige Ausbildung, die durch Wochenendseminare, Themenabende sowie acht Wochen Praktikumszeit geprägt war.

Der Bayer sei zwar katholisch erzogen worden. Er habe sich aber bewusst für den Freien Hospizverein, der unabhängig von Religion und Konfession hilft, entscheiden. „Es gibt so viele Menschen, die Betreuung benötigen, unabhängig davon, ob sie in der Kirche sind oder nicht“, sagt Lischke. Er wird da sein, wenn Menschen im Sterben liegen. Er hört ihnen zu, versucht Ängste zu nehmen und Trauerarbeit mit den Angehörigen zu leisten. Besonders alte Menschen sind heutzutage oft allein. Wenn ich dann einen Raum im Pflegeheim betrete und mich ein Mensch, den ich betreue, mit einem strahlenden Lächeln begrüßt, ist das ein besonderer Moment für mich“, beschreibt der 52-Jährige. Wichtig sei ihm auch, die Angehörigen zu entlasten. „Es gibt Sitzwachen, bei denen ich einfach nur in der Nähe der Sterbenden bin, um den Familien eine Auszeit zu ermöglichen.“

Die besondere Nächstenliebe sie Manfred Lischke durch sein Elternhaus in die Wiege gelegt worden. Auch seine Geschwister engagieren sich im sozialen Bereich. Einen Ausgleich finde er in seinem Garten oder beim Motorradfahren. „Es ist wichtig, auch mal Abstand zu gewinnen, um neue Kraft zu tanken“, sagt Lischke. Ganz abschalten könne er allerdings nie, auch zuhause nicht. Auf die Frage, warum sich ein Mensch, der tagsüber einer Vollzeitbeschäftigung nachgeht, in seiner Freizeit mit den Themen Tod und Trauer auseinandersetzt, antworte Lischke: „Ich möchte nicht nur von Nächstenliebe reden, sondern sie leben und meinen Mitmenschen das geben, was ich bisher hier erfahren habe. Ich wurde nach der Wende stets freundlich von den Bürgern begrüßt und aufgenommen und will etwas von dieser Herzlichkeit zurückgeben.“  Zudem habe er in seiner Ausbildung beim Hospizverein eine Menge nützlicher Dinge gelernt.

Der Hospizverein Erzgebirgsvorland hat 52 ehrenamtliche Helfer und zwei hauptamtliche Mitarbeiter. Die Personalkosten des Vereins werden durch die Krankenkassen, eine Förderung vom Landkreis, die Landesdirektion sowie Spenden gedeckt. „In diesem Jahr hat das Sozialministerium die Hälfte der Sachkostenförderung gekürzt, das ist ein herber Schlag für uns“, sagt Simone Schulz, Leiterin der Limbacher Zweigstelle. „Mit dieser Förderung hätten unsere Ehrenamtlichen ihre Fahrtkosten erstattet bekommen. Wir sind nun noch mehr auf Spenden angewiesen“, ergänzt Schulz.

Der Freie Hospizverein Erzgebirgsvorland hat ein Büro in Limbach-Oberfrohna, Johannisplatz 4, Telefon 03722 469111. Sprechzeiten sind dienstags von 13 bis 15 Uhr sowie donnerstags von 9 bis 12 Uhr


Eine Stütze beim Abschied (Autor: Blick 20.04.2013)

Porträt: Hospizhelferin Ines Blechschmidt begleitet in den Tod

Limbach-Oberfrohna. Wenn Ines Blechschmidt in ihre Funktion als Ehrenamtlerin tritt, begibt sie sich in einen Bereich des Lebens, über den die meisten Menschen nur ungern sprechen. Die Frau mit der zierlichen Figur und der sanften Erscheinung ist als Hospizhelferin tätig und hat seit sechs Jahren regelmäßig mit dem Thema Tod zu tun. Sie gehört dem Hospizverein Erzgebirgsvorland e.V. an. „Jede Begleitung ist eine besondere und intime Situation. Meistens sind es aber Krebserkrankungen, die ich bis zum Schluss miterlebe. Die Menschen schenken mir ihr Vertrauen, dafür bin ich sehr dankbar“, erzählt die 55-Jähirige.

Ines Blechschmidt hat keinen religiösen Glauben, der sie stützen könnte. Für sie gehört der Tod zum Leben, ist das Natürlichste der Welt und muss auch nicht immer traurig sein. „Im Sterbeprozess wird nicht nur geweint. Viele erzählen dann aus ihrem Leben und lachen oder freuen sich, dass es so erfüllt war“, sagt sie. Ihr privates Umfeld sieht die ehrenamtliche Tätigkeit der Limbacherin gespalten. Es gebe immer mal wieder Personen, sie sie fragten: „Wieso tust du dir das an?“ Ines Blechschmidt könne diese Skepsis nachvollzeihen. „Ich kann nicht mit allen Leuten über meine Arbeit sprechen. Manchmal schreibe ich meine Gefühle auf, um sie zu verarbeiten“ erzählt sie.

Dem Hospizverein Erzgebirgsvorland gehören 49 ehrenamtliche Hospizhelfer an. Die Begleitung ist vertraulich und findet unabhängig von Alter, Abstammung, Sprache, Glauben sowie politischen Anschauungen statt.


Drei Frauen machen sich stark (Autor: Blick 14.12.2011)

Ehrenamt: Limbach-Oberfrohna verlieh Auszeichnungen

Drei Damen erhielten vergangene Woche die silberne Ehrennadel im Ehrenamt von der Stadt Limbach-Oberfrohna. Ines Blechschmidt begleitet als Hospizhelferin schwerkranke Menschen in den Tod. Sie kümmerst sich darum, dass Sterbende nicht im Krankenhaus, sondern in ihrer gewohnten Umgebung die verbleibende Zeit verbringen können. „Unser Einsatz ist selten planbar, aber kommt immer von Herzen“, sagt sie. Ines Blechschmidt sehe die Ehrung als Würdigung der Arbeit aller Hospizhelfer. Die zweite Ehrennadel erhielt Carmen Eckebrecht. Sie ist seit zwölf Jahren Vorsitzende des Handels-und Gewerbevereins Limbach-Oberfrohna. „Als ich von der Auszeichnung erfahren habe, war ich stolz“, sagt Carmen Eckebrecht. „Der Verein musste in den letzten Jahren mit vielen Problemen kämpfen, doch mit Hartnäckigkeit haben wir schließlich was bewirkt“, sagt sie weiter. Carmen Eckebrecht habe sich zum Beispiel stets für den Erhalt des Kreiskulturhauses und die Weiterentwicklung der Stadthalle eingesetzt. Außerdem sehe sie ihren Erfolg in der Verschönerung des Stadtbildes. Sie habe sich immer dafür stark gemacht, dass die ortsansässigen Handwerker Aufträge von der Kommune erhalten, um die Innenstadt zu vervollkommnen. Dritte im Bunde der Ehrenamtlichen ist Gabriele Wilhayn. Seit fast 17 Jahren organisiert Gabriele Wilhayn die Ortsgruppe Kaufungen der Volkssolidarität. Seit es in Wolkenburg keine eigenständige Ortsgruppe mehr gibt, werden seit 2004 auch Senioren dort von ihr umsorgt. Sie organisiert Ausflüge und Vorträge. Das Preisgeld komme ihr gerade recht. „Die Weihnachtsfeier für unsere Senioren steht an und eine Ausfahrt ist geplant. Viele ältere Menschen haben eine kleine Rente und können nicht alles mitmachen, aber mit dieser Finanzspritze können wir viele Senioren glücklich machen.